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Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe ruft zum Wassersparen auf

– Reaktivierung des „Wasserwerks Neidinger Mühle“ kommt gut voran

Die gegenwärtig für unsere Region extreme Hitze und nur gelegentlicher Regen von eher kurzer Dauer belasten Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen. Flüsse führen weniger Wasser, der Grundwasserspiegel sinkt, Böden trocknen aus und die Wasserknappheit nimmt zu. Es ist deshalb angesagt, Wasser zu sparen. Dazu ruft auch der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe in einem Schreiben an seine Mitgliedsgemeinden und in einer Pressemitteilung auf. Weil aber die Situation „Wasserknappheit“ aufgrund der Klimaveränderung in den zurückliegenden Jahren immer wieder aufploppte, möchte die Hohenberggruppe die Sicherheit bei der Wasserversorgung deutlich stärken. Dafür wird bekanntlich die Neidinger Mühle im Donautal reaktiviert. Die Bauarbeiten sind voll im Gange.

 

Auch der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe nimmt die aktuelle Situation zum Anlass und bittet um einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser. Die anhaltend trockene Witterung der vergangenen Wochen und Monate sowie die zuletzt hohen Temperaturen führen zu einem deutlich erhöhten Trinkwasserverbrauch. Gleichzeitig bleiben die für eine nachhaltige Erholung der Grundwasserressourcen erforderlichen Niederschläge bislang weitgehend aus.

 

Zwar konnte die Versorgung der angeschlossenen Städte und Gemeinden laut einer Pressemitteilung der Hohenberggruppe bislang jederzeit sichergestellt werden. Dennoch beobachten die Verantwortlichen insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden sehr hohe Verbrauchsspitzen, welche die Gewinnungs-, Förder- und Speicherkapazitäten zunehmend beanspruchen. Kurzfristige Regenereignisse führten hierbei lediglich zu einer vorübergehenden Entspannung und ersetzen keine länger anhaltenden Niederschlagsphasen, die für eine neue Grundwasserbildung aber dringend notwendig wären.

 

In einem persönlichen Schreiben an die Mitgliedskommunen der Hohenberggruppe appelliert der Verbandsvorsitzende Frank Schroft zum umsichtigen Umgang mit Trinkwasser, insbesondere möchte er alle Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden, aber auch deren Bürger sensibilisieren. Dazu zählen insbesondere:

▪     die Einstellung oder zeitweise Außerbetriebnahme öffentlicher Brunnenanlagen, soweit diese mit Trinkwasser gespeist werden,

▪     der Verzicht auf Löschübungen der Feuerwehr, sofern diese nicht zwingend erforderlich sind,

▪     die Einschränkung oder Aussetzung der Bewässerung öffentlicher Sport-, Tennis- und Freizeitanlagen,

▪     die Reduzierung der Bewässerung öffentlicher Grünflächen, Pflanzbeete und sonstiger kommunaler Anlagen auf das unbedingt notwendige Maß,

▪     die Sensibilisierung örtlicher Vereine, Verbände und privater Einrichtungen hinsichtlich eines sparsamen Umgangs mit Trinkwasser,

▪     die Kontaktaufnahme mit Betreibern von Hallen- und Freibädern mit der Bitte, den Einsatz von Frischwasser auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken,

▪     die Information der Bevölkerung über die kommunalen Informationskanäle mit der Bitte, auf nicht zwingend notwendige Wasserverbräuche – beispielsweise die Bewässerung von Rasenflächen, das Befüllen privater Pools oder sonstige wasserintensive Nutzungen – möglichst zu verzichten.

 

 

Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe legt großen Wert auf eine Versorgungssicherheit seiner 28 Mitgliedskommunen und den hier lebenden, über 100.000 Menschen. Dafür investiert der Zweckverband seit Jahren viele Millionen Euro. Die Bürgerinnen und Bürger in allen Verbandsgemeinden sollen zu jederzeit den Wasserhahn aufdrehen können und es kommt Wasser. Nicht zu vergessen die Feuerwehren, denen 24/7 ausreichend Löschwasser zur Verfügung stehen sollte. Das, obgleich die Wasserabnahme, wie zu beobachten ist, seit vielen Jahren ansteigt. Waren es im Jahre 2012 noch knapp 2,6 Millionen Kubikmeter, so summierte sich der Wasserverbrauch im vergangenen Jahr auf 3,4 Millionen Kubikmeter; Tendenz weiter steigend.

 

Kausal dafür sind die wärmeren Sommermonate, weniger Regen und deshalb deutlich längere Trockenperioden. So manche Verbandskommune kann dann spürbar weniger Eigenwasser zapfen und die Nachfrage nach Wasser aus dem großen Netz der Hohenberggruppe wächst. Tatsächlich gab es 2025 einen kritischen Tag, an dem die Versorgungssicherheit nicht nur an, sondern erstmals über ihre Grenzen des Wasserdargebots stieß, wie Zweckverbands-Geschäftsführer Christian Berger bei der Verbandsversammlung (wir berichteten ausführlich) aufzeigte: Es war der 29. Juni, als 13.447 Kubikmeter Wasser gezogen wurden. Dieser eine Tag konnte dank Volllast und noch weitgehend gefüllter Hochbehälter gemeistert werden, mehrere solcher Tage in Folge sollte es jedoch nicht geben.

 

Viele Schritte sind von der Hohenberggruppe bereits gegangen oder eingeleitet, weitere vorgesehen, um die Wasserversorgung stets zu gewährleisten. So wurde im Juli 2023 das neue Wasserwerk Beuron-Langenbrunn in Betrieb genommen. Aktuell läuft die Reaktivierung des Wasserwerks „Neidinger Mühle“, welches auf Basis eines 2011 erstellten Strukturgutachtens im Jahre 2015 stillgelegt worden war. Die damals gemachten Vorhersagen erwiesen sich jedoch als Fehlprognose. Denn der Wasserbedarf ging, wie oben bereits erwähnt, nicht zurück, sondern stieg merklich an. Weil die Hohenberggruppe für die Anlage bei Neidingen im Donautal aber noch immer die Wasserrechte von 70 Liter pro Sekunde besitzt, beschloss die Verbandsversammlung 2025, diese Quelle wieder zu nutzen und somit das Wasserdargebot merklich zu erhöhen. Gegenwärtig wird das Bauwerk tiefgreifend saniert – sowohl baulich als auch technisch. Das kostet viel Geld. Unter dem Strich summieren sich die Investitionen für ein hochmodernes Wasserwerk „Neidinger Mühle“ auf 7,562 Millionen Euro. Hierfür erhalten die Verbandskommunen einen Zuschuss durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von netto 2,781 Millionen Euro – so die Zahlen bei der Verbandsversammlung im März 2026. Jedoch kommt für die Sanierung des Haupthochbehälters Stetten im Zuge der Reaktivierung des  Wasserwerks Neidinger Mühle eine weitere Million Euro hinzu.

 

Modernisiert wird überdies auch das Wasserwerk Hammer im Bäratal. Eine zeitgemäße und effiziente Pumpentechnik wird hier realisiert. Das ist dann ein weiterer Baustein zur Verbesserung der Versorgungssicherheit. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 2,5 Mio. Euro. Aber auch hier liegt dem Zweckverband ein Förderbescheid in Höhe von 676.000 Euro vor.

 

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